Aktualisiert: 01.10.18

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 Besonderheiten der Arbeitsweise

H.D. Kauth bearbeitet seine Bilduntergründe vorzugsweise unmittelbar (informell) mit seinen Händen und Fingern, mit Lappen, selbstverständlich auch mit dem Pinsel oder direkt aus der Tube. Wieder ablösbare Abklebungen strukturieren häufig die Fläche.

Es entwickelt sich eine spontane Auseinandersetzung mit den wechselnden gestalterischen Gegebenheiten, die er schließlich pointierend verdichtet.

Aus dabei anfallenden Farbresten entstehen nebenher und ohne intensive Kontrolle in einem aleatorischen Prozess die Ausgangskonstellationen der von ihm so genannten „Zweitbilder“ auf Papier oder Leinwand, die in weiteren Arbeitsschritten zu einem bildnerisch stimmigen Ergebnis geführt werden.

In 2010 bis 2011 entwickelte der Künstler die Hintergrundstruktur seiner Bilder auch aus sich in Buchstaben auflösenden Begriffen bzw. Miniaturtexten und Gedichtzeilen. Dabei wurden die Ausgangswörter in ihre Buchstaben zerlegt und impulsiv in mehreren Schichten - farbig differenziert und in unterschiedlichsten Lagen - auf die Leinwand gestreut, so dass schließlich ein Linienknäuel entstand, aus dem der Künstler eine bildnerische Variante des zumeist poetischen Ursprungsthemas wieder entstehen ließ.

Diesen Vorgang könnte man vergleichen mit der Kelterung eines Weines, bei der nach der anfänglichen Zerstörung der Trauben und durch den Umwandlungsprozess der Gärung ein neues Produkt entsteht,  dessen Charakter aber auch nach der durchlaufenen Metamorphose immer noch von der Ausgangslage geprägt ist.

Die Begegnung mit chinesischer Kunst auf zwei Chinareisen 2009 und 2010 ist in seinen Arbeiten in Hinblick auf die Flächenaufteilung und die aktive Einbeziehung des Bilduntergrundes teilweise spürbar geworden.

Seit 2011 arbeitet H.D.Kauth auf die oben beschriebene Weise vorwiegend an seinem Projekt „Spiralen“, als einem Symbol verrinnender Zeit. Dabei erzeugt er zunächst ein Gewirr aus übereinander gelegten Spiralen, deren Linien er flächig in einem weiteren Arbeitsgang vielfältig miteinander koppelt, bis sich ein spiraliges Gesamtbild ergibt. Dazu treten teilweise noch verwirbelt scharf konturierte Dreiecke als Protagonisten auf. Bis zu handtellergroße kreisförmige Flächen nehmen Bezug auf die nicht visuell mehr wahrnehmbare Verdichtung der Spiralen zum Ende hin und schaffen Fixpunkte in der umgebenden Turbulenz.

Die schwungvolle Dynamik seiner Bilder will den Betrachter mitreißen auf eine Fahrt voller ästhetischer Ereignisse und damit innerlich bewegen.